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Problemlösung

Automatikuhr bleibt stehen: Ursachen und Lösungen

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Eine stehen gebliebene Automatikuhr ist selten ein Grund zur Sorge. In den meisten Fällen hat sie einfach zu wenig Energie bekommen. Es gibt aber auch Ursachen, die auf einen Defekt oder überfälligen Service hindeuten. Dieser Ratgeber hilft Ihnen, Schritt für Schritt einzugrenzen, woran es liegt: vom einfachen Aufziehen über die Gangreserve bis zu Rotor, Magnetismus und gealterten Ölen. Er richtet sich an Träger von Automatikuhren, ob Einsteigermodell oder hochwertige Schweizer Uhr.

Die häufigste Ursache: zu wenig Bewegung

Eine Automatikuhr bezieht ihre Energie aus der Bewegung des Handgelenks. Der Rotor dreht sich und spannt die Zugfeder. Wer überwiegend am Schreibtisch sitzt, die Uhr nur wenige Stunden trägt oder sie abends ablegt, gibt dem Rotor oft nicht genug Gelegenheit, die Feder voll aufzuziehen. Die Uhr läuft dann zwar, aber mit wenig Reserve, und bleibt über Nacht stehen.

Auch eine voll aufgezogene Uhr bleibt nach Ablauf ihrer Gangreserve stehen. Bei vielen gängigen Werken liegt sie bei rund 38 bis 42 Stunden, bei neueren Kalibern auch bei 70 oder 80 Stunden. Wer die Uhr am Freitag ablegt, findet sie am Montag also normalerweise stehend vor. Das ist kein Defekt. Was die Stundenangabe genau bedeutet, erklärt der Beitrag Gangreserve erklärt.

Schritt für Schritt eingrenzen

Mit diesem einfachen Ablauf finden Sie heraus, ob die Uhr nur Energie braucht oder ob ein technisches Problem vorliegt.

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    Krone in Position 0 bringen. Bei verschraubter Krone zuerst gegen den Uhrzeigersinn aufschrauben.

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    Uhr mit etwa 30 bis 40 Kronenumdrehungen im Uhrzeigersinn aufziehen, sofern das Werk einen Handaufzug hat.

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    Uhrzeit stellen, Krone zurückdrücken und gegebenenfalls wieder verschrauben.

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    Uhr ablegen, ohne sie zu tragen, und notieren, wann sie stehen bleibt.

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    Erreicht sie annähernd die vom Hersteller genannte Gangreserve, ist das Werk in Ordnung und es fehlte nur Bewegung.

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    Bleibt sie deutlich früher stehen oder läuft nach dem Aufziehen gar nicht an, liegt wahrscheinlich ein Defekt vor.

Hinweis:Ziehen Sie eine Uhr nicht mit Gewalt auf. Bei Automatikwerken gleitet die Feder am Ende über eine Rutschkupplung, ein Überdrehen ist im Normalfall nicht möglich, ein spürbarer harter Widerstand ist aber ein Warnzeichen.

Wenn das Werk keinen Handaufzug hat

Einige verbreitete Einstiegskaliber, etwa das ältere Seiko 7S26, haben keinen Handaufzug. Die Krone dreht sich in Position 0 dann einfach durch. Diese Uhren starten Sie, indem Sie sie einige Zeit seitlich hin und her schwenken, bis der Sekundenzeiger läuft. Für eine volle Reserve müssen Sie die Uhr anschließend tragen.

Bei solchen Werken ist ein Uhrenbeweger besonders praktisch, wenn Sie die Uhr nicht täglich tragen. Er hält die Feder in Spannung, sodass Sie nicht jedes Mal Zeit und Datum neu stellen müssen. Ob sich das lohnt, erklärt der Beitrag Uhrenbeweger: ja oder nein.

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Technische Ursachen, die auf einen Defekt hindeuten

Läuft die Uhr trotz vollem Aufzug nur kurz oder gar nicht, kommen technische Gründe in Betracht. Viele davon lassen sich nur beim Uhrmacher sicher feststellen.

Ein typisches Zeichen für verharzte Öle ist eine Uhr, die nach Jahren ohne Service immer kürzer läuft und sich ungewöhnlich schwer aufziehen lässt. Ein lockerer oder defekter Rotor macht sich durch Schleifgeräusche oder ein deutliches Klappern bemerkbar. Nach einem Sturz kann eine Unruhwelle beschädigt sein, dann bleibt die Uhr oft schlagartig stehen, sobald sie in bestimmte Lagen kommt.

Magnetismus und Feuchtigkeit ausschließen

Starker Magnetismus lässt eine Uhr meist eher zu schnell laufen als stehen bleiben, kann aber in Einzelfällen auch zum Stillstand führen, wenn die Windungen der Spirale aneinanderhaften. Lautsprecher, Taschenverschlüsse mit Magnet oder Tablet-Hüllen sind typische Quellen. Mehr dazu im Beitrag Automatikuhr geht zu schnell.

Sehen Sie Beschlag unter dem Glas, ist Feuchtigkeit eingedrungen. Dann sollten Sie die Uhr zügig zu einem Uhrmacher bringen, bevor Korrosion im Werk entsteht. Häufige Ursache ist eine nicht verschraubte oder nicht ganz eingedrückte Krone.

Hinweis:Öffnen Sie das Gehäuse nicht selbst. Ohne Prüfgerät lässt sich die Wasserdichtigkeit danach nicht sicherstellen.

Wann eine Revision fällig ist

Hersteller empfehlen je nach Werk und Marke eine Revision etwa alle 5 bis 10 Jahre, die genauen Angaben stehen im Serviceheft. Eine Uhr, die immer früher stehen bleibt, deutlich vom gewohnten Gang abweicht oder sich rau aufziehen lässt, sollte auch früher zum Service. Was dabei passiert, lesen Sie unter Automatikuhr Wartung und Revision.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn eine Automatikuhr stehen bleibt? Nein. Das Werk nimmt dadurch keinen Schaden. Sie müssen die Uhr nur wieder aufziehen und Zeit sowie Datum stellen.

Wie lange muss ich eine Automatikuhr tragen, damit sie nicht stehen bleibt? Das hängt von Werk und Aktivität ab. Bei wenig Bewegung hilft es, die Uhr morgens per Krone aufzuziehen, sofern das Werk einen Handaufzug hat.

Kann Schütteln die Uhr beschädigen? Leichtes Schwenken zum Starten ist unbedenklich. Heftiges Schlagen oder Stoßen sollten Sie vermeiden.

Meine neue Uhr bleibt nachts stehen, ist sie defekt? Wahrscheinlich nicht. Neue Uhren kommen oft mit leerer Feder. Ziehen Sie sie voll auf und messen Sie die Gangreserve wie oben beschrieben.

Was Sie dafür brauchen