Anleitung
Taucherlünette einstellen und Zeit ablesen
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Kurz gesagt
Drehen Sie die Lünette gegen den Uhrzeigersinn, bis das Dreieck bei 0 genau über dem Minutenzeiger steht. Ab jetzt zeigt der Minutenzeiger auf der Lünette, wie viele Minuten vergangen sind. Für einen Countdown setzen Sie das Dreieck so viele Minuten vor den Minutenzeiger, wie Sie Zeit haben: Erreicht der Zeiger das Dreieck, ist die Zeit um.
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Die Drehlünette ist das markanteste Merkmal einer Taucheruhr und gleichzeitig eines der praktischsten Werkzeuge im Alltag. Viele Besitzer nutzen sie trotzdem nie, weil unklar ist, wie sie funktioniert. Diese Anleitung erklärt, warum sich die Lünette nur in eine Richtung dreht, wie Sie sie einstellen, wie Sie verstrichene Zeit ablesen und wie Sie sie als Countdown für Parkuhr, Teekanne oder Meeting verwenden. Ein Bild zeigt die Skala mit den 60 Minuten.
Wozu die Taucherlünette gedacht ist
Beim Tauchen ist die verstrichene Zeit unter Wasser eine wichtige Sicherheitsgröße. Die Lünette ermöglicht es, den Beginn des Tauchgangs zu markieren und jederzeit abzulesen, wie lange er schon dauert. Die Norm ISO 6425 für Taucheruhren verlangt dafür eine Vorrichtung zur Zeitvorwahl, in der Regel eine einseitig drehbare Lünette mit Minutenskala, die gegen unbeabsichtigtes Verstellen geschützt ist.
Heute tauchen die meisten Menschen mit einem Tauchcomputer. Die Lünette bleibt aber ein zuverlässiger, stromloser Zeitmesser, der auch im Alltag hilft.
Hinweis:Eine Taucheruhr ersetzt keinen Tauchcomputer und keine Tauchausbildung. Planen Sie Tauchgänge nach den Regeln Ihrer Ausbildungsorganisation und nutzen Sie die Uhr höchstens als Backup.
Warum sich die Lünette nur in eine Richtung dreht
Die Lünette einer Taucheruhr dreht sich nur gegen den Uhrzeigersinn. Das ist eine Sicherheitsfunktion. Wird sie versehentlich verstellt, etwa durch einen Stoß am Felsen, zeigt sie mehr verstrichene Zeit an als tatsächlich vergangen ist. Der Taucher beendet den Tauchgang dann eher zu früh als zu spät.
Die Lünette rastet je nach Modell mit 60 oder 120 Klicks pro Umdrehung ein. Bei 60 Rasten entspricht jeder Klick einer Minute, bei 120 einer halben Minute. Die ersten 15 oder 20 Minuten sind oft einzeln markiert, danach folgen Markierungen im Fünf-Minuten-Abstand.
Die ersten 15 Minuten sind farbig markiert. Weil die Lünette nur in eine Richtung dreht, kann ein versehentliches Verstellen die angezeigte Tauchzeit nur verlängern.
Schritt für Schritt: verstrichene Zeit messen
Beispiel: Sie stellen das Dreieck um 14:10 Uhr auf den Minutenzeiger. Zeigt der Minutenzeiger später auf die 25 der Lünette, sind 25 Minuten vergangen, es ist also 14:35 Uhr.
- 1
Greifen Sie die Lünette mit Daumen und Zeigefinger an der geriffelten Kante.
- 2
Drehen Sie sie gegen den Uhrzeigersinn, bis das Dreieck oder der Leuchtpunkt bei 0 genau über der Spitze des Minutenzeigers steht.
- 3
Starten Sie die Aktivität, die Sie messen möchten.
- 4
Lesen Sie später ab, auf welche Zahl der Lünette der Minutenzeiger zeigt. Das ist die verstrichene Zeit in Minuten.
- 5
Dauert die Messung länger als 60 Minuten, zählen Sie die volle Stunde selbst dazu. Die Lünette zeigt nur Minuten innerhalb einer Stunde.
Die Lünette als Countdown nutzen
Für einen Countdown drehen Sie die Lünette so, dass das Dreieck nicht auf dem Minutenzeiger steht, sondern um die gewünschte Zeitspanne davor. Wenn der Minutenzeiger das Dreieck erreicht, ist die Zeit abgelaufen.
Beispiel Parkuhr: Es ist 10:20 Uhr, Sie haben 45 Minuten. Drehen Sie das Dreieck auf die Minute 05 des Zifferblatts, also 45 Minuten vor den Minutenzeiger. Erreicht der Minutenzeiger das Dreieck, ist es 11:05 Uhr. Weil sich die Lünette nur in eine Richtung dreht, brauchen Sie dafür manchmal fast eine volle Umdrehung, das ist normal.
- Tee: 4 Minuten Ziehzeit markieren, ohne das Smartphone zu entsperren.
- Parkuhr: Ablaufzeit des Parkscheins einstellen.
- Meeting oder Vortrag: Redezeit im Blick behalten.
- Training: Pausenzeiten beim Laufen oder im Fitnessstudio messen.
Pflege der Lünette
Unter der Lünette sammeln sich mit der Zeit Salz, Sand und Schmutz, besonders nach Bädern im Meer. Spülen Sie die Uhr nach Salzwasser mit klarem Süßwasser ab und drehen Sie die Lünette dabei einige Klicks, damit sich Rückstände lösen. Achten Sie darauf, dass die Krone fest verschraubt ist. Mehr dazu in Automatikuhr reinigen.
Wird die Lünette schwergängig, rutscht durch oder dreht sich in beide Richtungen, ist häufig die Rastfeder verschmutzt oder verschlissen. Das sollte ein Uhrmacher prüfen, weil zum Abnehmen der Lünette Werkzeug nötig ist und Dichtungen beschädigt werden können.
Woran Sie eine echte Taucheruhr erkennen
Nicht jede Uhr mit Drehlünette ist eine Taucheruhr im Sinne der Norm. Uhren nach ISO 6425 tragen auf Zifferblatt oder Boden die Aufschrift DIVER'S oder DIVER'S WATCH mit Angabe der Tiefe, mindestens 100 m. Sie müssen unter anderem im Dunkeln ablesbar sein, eine Laufanzeige haben und werden einzeln auf Wasserdichtigkeit geprüft. Was eine Angabe auf Ihrer Uhr bedeutet, zeigt der Wasserdichtigkeit-Decoder.
Viele Modelle mit Norm finden Sie in Taucheruhren bis 500 Euro und bei den Seiko Prospex Taucheruhren. Wer zwischen einer Taucheruhr und einer Fliegeruhr schwankt, liest Taucheruhr oder Fliegeruhr.
Häufige Fragen
In welche Richtung dreht man die Lünette einer Taucheruhr? Gegen den Uhrzeigersinn. In die andere Richtung ist sie gesperrt, damit ein versehentliches Verstellen nie zu wenig verstrichene Zeit anzeigt.
Wie funktioniert eine Taucheruhr? Technisch wie jede andere Uhr mit Automatik-, Solar- oder Quarzwerk. Besonders sind die hohe Wasserdichtigkeit, die verschraubte Krone, die Leuchtmasse und die einseitig drehbare Lünette zur Zeitmessung.
Kann ich die Lünette unter Wasser drehen? Ja, die Lünette ist dafür gebaut und hat keinen Einfluss auf die Dichtigkeit. Die Krone dürfen Sie unter Wasser dagegen nie bedienen.
Warum hat meine Lünette 120 Klicks? Viele Hersteller verwenden 120 Rasten für eine feinere Einstellung in halben Minuten. Die Funktion ist dieselbe wie bei 60 Rasten.
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