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ISO 6425: wann eine Uhr Taucheruhr heißen darf
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Kurz gesagt
ISO 6425 ist die internationale Norm für Taucheruhren. Eine Uhr darf sich nach ihr DIVER'S nennen, wenn sie mindestens 100 m wasserdicht ist, jede einzelne Uhr geprüft wurde und sie unter anderem eine Zeitvorwahl wie eine einseitig drehbare Lünette, Ablesbarkeit im Dunkeln auf 25 cm, eine Laufanzeige sowie Stoß- und Magnetfeldfestigkeit bietet. DIVER'S 200m heißt: Taucheruhr nach dieser Norm, ausgelegt für 200 m.
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Viele Uhren sehen aus wie Taucheruhren: Drehlünette, dicke Leuchtzeiger, 200 m auf dem Zifferblatt. Eine echte Taucheruhr im Sinne der Norm ist aber nur, was die Anforderungen der ISO 6425 erfüllt. Dieser Beitrag erklärt, was die Norm verlangt, wie die Prüfung abläuft, was die Aufschrift DIVER'S bedeutet und warum auch eine Uhr ohne diese Kennzeichnung für Schwimmen und Schnorcheln gut geeignet sein kann.
Was ISO 6425 regelt
Die Norm ISO 6425 legt Mindestanforderungen und Prüfverfahren für Taucheruhren fest. Sie unterscheidet sich deutlich von den Normen für einfach wasserdichte Uhren, also DIN 8310 und ISO 22810. Während dort vor allem der Prüfdruck zählt, verlangt ISO 6425 zusätzlich Funktionen, die beim Tauchen wichtig sind: Tauchzeit ablesen, im Dunkeln erkennen, ob die Uhr läuft, und Robustheit gegen Stöße, Magnetfelder und Salzwasser.
Uhren, die die Norm erfüllen, dürfen die Aufschrift DIVER'S WATCH oder DIVER'S mit der Tiefenangabe in Metern tragen, etwa DIVER'S 200m. Einige Hersteller nennen die Norm auch ausdrücklich im Datenblatt.
Die Anforderungen als Checkliste
Die folgende Liste fasst die wesentlichen Anforderungen der Norm in verständlicher Form zusammen. Der genaue Wortlaut und die Prüfdetails stehen in der Norm selbst.
- Mindestwasserdichtigkeit von 100 m
- Vorrichtung zur Zeitvorwahl, üblicherweise eine nur gegen den Uhrzeigersinn drehbare Lünette mit Minutenskala, oder eine gleichwertige digitale Anzeige
- Ablesbarkeit der Zeit, der Zeitvorwahl und einer Laufanzeige im Dunkeln aus 25 cm Entfernung
- Laufanzeige, die zeigt, dass die Uhr in Betrieb ist, meist ein leuchtender Sekundenzeiger
- Widerstand gegen Magnetfelder und Stöße
- Beständigkeit gegen Salzwasser und Kondensation
- Festigkeit von Armband und Befestigung
- Prüfung jeder einzelnen Uhr auf Wasserdichtigkeit, unter anderem mit einem Überdruck von 125 % der angegebenen Tiefe
Hinweis:Gerade die Einzelprüfung jeder Uhr unterscheidet ISO 6425 von vielen anderen Angaben, bei denen oft nur Stichproben geprüft werden.
Die Lünette: nur in eine Richtung
Kern der Taucheruhr ist die einseitig drehbare Lünette. Vor dem Abtauchen stellt der Taucher die Null-Markierung auf den Minutenzeiger. Danach zeigt der Minutenzeiger auf der Lünettenskala die verstrichene Tauchzeit. Weil die Lünette nur gegen den Uhrzeigersinn dreht, kann ein versehentliches Verstellen die angezeigte Zeit nur verlängern, nie verkürzen. Das ist eine Sicherheitsreserve für die Luftversorgung und die Dekompression.
Die ersten 15 Minuten sind auf vielen Lünetten besonders hervorgehoben. Wie Sie die Lünette im Alltag nutzen, etwa als Parkuhr oder Kochwecker, zeigt der Beitrag Taucheruhr-Lünette einstellen.
Die ersten 15 Minuten sind farbig markiert. Weil die Lünette nur in eine Richtung dreht, kann ein versehentliches Verstellen die angezeigte Tauchzeit nur verlängern.
Tiefenangabe, Mischgas und Heliumventil
Die Tiefenangabe einer Taucheruhr nach ISO 6425 beginnt bei 100 m. Verbreitet sind 200 m und 300 m, Profimodelle gehen deutlich darüber hinaus. Für Uhren, die beim Sättigungstauchen mit heliumhaltigem Mischgas eingesetzt werden, sieht die Norm zusätzliche Prüfungen vor. Solche Uhren tragen häufig den Zusatz FOR MIXED-GAS DIVING und besitzen oft ein Heliumventil.
Für Sporttaucher spielt das keine Rolle. Warum, erklärt der Beitrag Heliumventil an der Taucheruhr.
| Merkmal | Wasserdicht nach DIN 8310 / ISO 22810 | Taucheruhr nach ISO 6425 |
|---|---|---|
| Mindestwert | keiner festgelegt, je nach Angabe | 100 m |
| Zeitvorwahl | nicht gefordert | gefordert, meist Drehlünette |
| Ablesbarkeit im Dunkeln | nicht gefordert | gefordert, 25 cm |
| Laufanzeige | nicht gefordert | gefordert |
| Prüfung | nach Norm | jede einzelne Uhr |
| Kennzeichnung | z. B. 10 bar, 100 m | DIVER'S mit Tiefe |
Typische Missverständnisse rund um die Norm
Ein häufiger Irrtum lautet, eine Taucheruhr mit 200 m dürfe bis 200 m Tiefe getragen werden, eine Uhr mit 100 m Angabe aber nur bis 100 m. Tatsächlich begrenzt beim Sporttauchen fast immer der Mensch die Tiefe, nicht die Uhr. Die Angabe ist eher ein Maß für die Reserve und Robustheit des Gehäuses.
Ebenso verbreitet ist die Annahme, jede Uhr mit Drehlünette sei eine Taucheruhr. Viele Modelle im Taucherstil besitzen eine beidseitig drehbare Lünette, eine zu schwache Leuchtmasse oder keine Einzelprüfung. Sie sind schöne Alltagsuhren, aber keine Taucheruhren im Sinne der Norm. Und schließlich: Die Norm sagt nichts über Ganggenauigkeit oder Werkqualität aus. Eine normgerechte Taucheruhr kann ein einfaches oder ein sehr hochwertiges Werk haben.
Brauche ich eine Uhr nach ISO 6425?
Wer mit Flasche taucht, sollte heute zwar einen Tauchcomputer nutzen, eine normgerechte Taucheruhr bleibt aber ein sinnvolles Backup. Für diesen Zweck ist die Kennzeichnung nach ISO 6425 ein klares Qualitätsmerkmal. Für Schwimmen, Schnorcheln und Alltag reicht in der Regel eine Uhr mit 20 bar ohne Taucheruhr-Kennzeichnung. Den Unterschied zum Tauchcomputer erklärt Taucheruhr mit Tiefenmesser.
Viele bekannte Einstiegs-Taucheruhren erfüllen die Norm. Bei der Auswahl hilft der Ratgeber Automatik-Taucheruhren im Vergleich. Wer die Angabe seiner Uhr schnell einordnen möchte, nutzt den Wasserdichtigkeit-Decoder.
Häufige Fragen
Was bedeutet DIVER'S 200m? Die Uhr ist eine Taucheruhr nach ISO 6425 und für eine Tiefe von 200 m ausgelegt. Sie wurde einzeln auf Dichtigkeit geprüft.
Ist eine Uhr mit 200 m ohne DIVER'S-Aufschrift schlechter? Nicht unbedingt. Sie wurde aber nicht zwingend nach den zusätzlichen Kriterien der Taucheruhren-Norm geprüft. Für Schwimmen und Schnorcheln genügt sie meist.
Gilt die Norm auch für Quarz- und Solaruhren? Ja. ISO 6425 regelt Taucheruhren unabhängig vom Antrieb. Es gibt normgerechte Automatik-, Quarz- und Solarmodelle.
Muss ich eine Taucheruhr regelmäßig prüfen lassen? Ja. Die Prüfung gilt für den Neuzustand. Dichtungen altern, daher empfehlen viele Hersteller, die Dichtigkeit regelmäßig, oft jährlich, prüfen zu lassen.
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