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Problemlösung

Automatikuhr lässt sich nicht aufziehen

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Sie drehen an der Krone, aber der Sekundenzeiger setzt sich nicht in Bewegung? Das sieht nach Defekt aus, ist es aber oft nicht. Dieser Ratgeber zeigt, wie Sie in wenigen Minuten klären, ob die Krone richtig steht, ob Ihr Werk einen Handaufzug besitzt und woran Sie erkennen, dass tatsächlich etwas kaputt ist. Er richtet sich an Besitzer von Automatikuhren, die nach einer Pause wieder in Gang gebracht werden sollen.

Kronenposition prüfen

Die Krone hat bei den meisten Automatikuhren mehrere Positionen. In Position 0, also ganz eingedrückt, wird die Feder aufgezogen. In Position 1 stellen Sie bei vielen Modellen das Datum, in Position 2 die Uhrzeit. Wer in Position 1 oder 2 dreht, verstellt Datum oder Zeiger, zieht die Feder aber nicht auf.

Bei verschraubten Kronen, typisch für Taucheruhren, müssen Sie die Krone zuerst gegen den Uhrzeigersinn aufschrauben, bis sie leicht herausfedert. Erst dann ist Position 0 erreicht. Solange sie verschraubt ist, lässt sie sich nicht zum Aufziehen drehen.

Hinweis:Schrauben Sie eine verschraubte Krone nach dem Aufziehen immer wieder vollständig zu, sonst ist die Uhr nicht wasserdicht.

Hat Ihr Werk überhaupt einen Handaufzug?

Nicht jede Automatikuhr lässt sich über die Krone aufziehen. Ältere Einstiegskaliber wie das Seiko 7S26 und verwandte Werke besitzen keinen Handaufzug. Die Krone dreht in Position 0 einfach frei. Das ist kein Defekt, sondern Konstruktion. Diese Uhren werden ausschließlich über den Rotor aufgezogen.

Die meisten heute verbreiteten Werke haben dagegen einen Handaufzug, zum Beispiel das Seiko NH35 und die 4R-Werke, das ETA 2824-2, das Sellita SW200 und die Powermatic 80. Welches Werk in Ihrer Uhr steckt, steht in der Anleitung oder im Datenblatt des Herstellers.

Uhr ohne Handaufzug starten

Ein Werk ohne Handaufzug bringen Sie mit Bewegung in Gang. Das funktioniert auch bei Werken mit Handaufzug, wenn die Krone gerade nicht greift.

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    Uhr in die Hand nehmen, Zifferblatt nach oben.

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    Mit ruhigen Bewegungen seitlich hin und her schwenken, etwa 30 bis 60 Sekunden lang.

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    Prüfen, ob der Sekundenzeiger läuft.

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    Uhrzeit stellen und die Uhr anschließend einige Stunden tragen, damit sich die Feder weiter spannt.

Hinweis:Schwenken Sie gleichmäßig und nicht ruckartig. Kräftiges Schlagen oder Aufstoßen kann der Unruh schaden.

Anzeichen für einen Defekt

Wenn die Krone richtig steht, das Werk einen Handaufzug hat und trotzdem nichts passiert, sind mögliche Ursachen ein Schaden an der Aufzugswelle, am Kronrad oder Sperrrad oder eine gebrochene Zugfeder. Typische Zeichen sind eine Krone, die sich ohne jeden Widerstand und ohne leises Ratschen dreht, eine Krone, die sich herausziehen lässt oder lose wackelt, oder ein deutlich knirschendes Geräusch.

Ist der Aufzug über die Krone in Ordnung, die Uhr bleibt aber beim Tragen trotzdem leer, liegt das Problem eher beim Rotor oder den Wechselrädern des Automatikaufzugs. Ein klappernder oder schleifender Rotor ist ein deutlicher Hinweis. In all diesen Fällen gehört die Uhr zum Uhrmacher.

  • Krone dreht völlig widerstandslos und lautlos: möglicher Defekt im Aufzug
  • Krone sitzt lose oder lässt sich herausziehen: Aufzugswelle prüfen lassen
  • Uhr läuft nach Handaufzug, aber nicht beim Tragen: Rotor oder Automatikgetriebe
  • Starkes Knirschen oder harter Widerstand: sofort aufhören und Uhrmacher aufsuchen

Lange gelagerte Uhren wieder in Gang bringen

Hat eine Uhr mehrere Jahre in der Schublade gelegen, kann sie sich zunächst zäh aufziehen lassen oder nach dem Aufziehen nur kurz laufen. Die Öle im Werk altern auch ohne Benutzung und verharzen mit der Zeit. Ziehen Sie eine solche Uhr behutsam auf und beobachten Sie sie einige Tage. Läuft sie unregelmäßig, bleibt sie häufig stehen oder fühlt sich der Aufzug rau an, ist eine Revision sinnvoll, bevor Sie die Uhr wieder täglich tragen.

Wie Sie eine Uhr bei längeren Pausen am besten aufbewahren, erklärt der Beitrag Automatikuhr lagern. Hinweise zu Intervallen und Ablauf einer Revision finden Sie unter Automatikuhr Wartung und Revision.

Vorbeugen und Pflege

Ziehen Sie die Krone beim Stellen nicht schräg heraus und drücken Sie sie gerade zurück. Bei verschraubten Kronen setzen Sie das Gewinde gefühlvoll an, um es nicht zu beschädigen. Eine regelmäßige Revision nach Herstellerangabe hält den Aufzug leichtgängig. Die passende Technik erklärt der Beitrag Automatikuhr richtig aufziehen, Hintergründe zum Aufbau lesen Sie unter Wie funktioniert eine Automatikuhr?.

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Häufige Fragen

Wie viele Umdrehungen braucht eine leere Automatikuhr? Bei vielen Werken genügen 30 bis 40 Kronenumdrehungen für eine gute Reserve. Die genaue Zahl steht bei manchen Herstellern in der Anleitung.

Kann ich eine Automatikuhr überdrehen? Bei Automatikwerken normalerweise nicht. Die Feder rutscht am Ende über eine Rutschkupplung im Federhaus durch.

Warum spüre ich beim Aufziehen ein leichtes Ratschen? Das ist das Sperrklinkengeräusch und völlig normal. Es zeigt, dass die Krone greift.

Muss ich eine Automatikuhr von Hand aufziehen? Nein, wenn Sie sie regelmäßig tragen. Nach längerer Pause hilft der Handaufzug, damit die Uhr mit voller Reserve startet.

Was Sie dafür brauchen