Anleitung
Automatikuhr aufziehen: von Hand und am Handgelenk
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Kurz gesagt
Nehmen Sie die Uhr ab, schrauben Sie eine verschraubte Krone auf und drehen Sie die Krone in der Grundposition langsam im Uhrzeigersinn. Für ein stehendes Werk sind häufig 20 bis 40 Umdrehungen sinnvoll, danach übernimmt der Rotor am Handgelenk. Überdrehen können Sie eine Automatikuhr nicht, eine Rutschkupplung schützt die Zugfeder. Werke ohne Handaufzug bringen Sie durch leichtes Schwenken in Gang.
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Eine Automatikuhr zieht sich beim Tragen selbst auf. Liegt sie ein paar Tage, bleibt sie stehen, und die Frage ist: Wie bekomme ich sie wieder zuverlässig zum Laufen? Diese Anleitung zeigt Schritt für Schritt, wie Sie eine Automatikuhr über die Krone aufziehen, wie viele Umdrehungen ein stehendes Werk braucht, was Sie bei Werken ohne Handaufzug tun und wann ein Uhrenbeweger sinnvoll ist. Sie gilt für die meisten gängigen Automatikwerke, Details stehen in der Anleitung Ihres Herstellers.
So funktioniert der Aufzug einer Automatikuhr
Im Inneren der Uhr sitzt die Zugfeder im Federhaus. Sie speichert die Energie, die das Werk antreibt. Gespannt wird sie auf zwei Wegen: über den Rotor, der sich bei jeder Bewegung Ihres Arms dreht, und bei den meisten Werken zusätzlich über die Krone, wie bei einer Handaufzugsuhr.
Ist die Feder voll gespannt, rutscht eine Kupplung am Federende durch. Deshalb können Sie eine Automatikuhr weder über den Rotor noch über die Krone überdrehen. Sie spüren beim Aufziehen auch keinen harten Anschlag wie bei manchen reinen Handaufzugsuhren.
Schritt für Schritt: Automatikuhr von Hand aufziehen
Wie die Kronenpositionen bei Ihrer Uhr belegt sind und wann Sie das Datum nicht verstellen sollten, erklärt die Anleitung Automatikuhr stellen.
- 1
Nehmen Sie die Uhr vom Handgelenk. So vermeiden Sie seitlichen Druck auf die Aufzugswelle.
- 2
Hat Ihre Uhr eine verschraubte Krone, drehen Sie sie gegen den Uhrzeigersinn, bis sie sich löst und leicht herausspringt. Das ist die Position 0.
- 3
Drehen Sie die Krone in Position 0 langsam und gleichmäßig im Uhrzeigersinn, also von Ihnen weg, wenn die Krone rechts liegt. Die Rückwärtsdrehung läuft bei den meisten Werken leer.
- 4
Zählen Sie mit: Für ein stehendes Werk sind häufig 20 bis 40 Umdrehungen sinnvoll. Der Sekundenzeiger sollte schon nach wenigen Umdrehungen loslaufen.
- 5
Ziehen Sie die Krone in die Zeigerstellposition, stellen Sie Uhrzeit und Datum ein und drücken Sie sie zurück.
- 6
Schrauben Sie eine verschraubte Krone wieder fest, indem Sie sie leicht andrücken und im Uhrzeigersinn zudrehen, bis sie handfest sitzt.
Wie viele Umdrehungen braucht ein Werk?
Eine feste Zahl gibt es nicht, weil Zugfeder und Übersetzung je nach Kaliber verschieden sind. Für viele gängige Werke reichen 20 bis 40 Kronenumdrehungen, damit die Uhr zuverlässig läuft und eine brauchbare Reserve hat. Eine voll gespannte Feder erreichen Sie oft erst mit mehr Umdrehungen. Das ist aber nicht nötig, wenn Sie die Uhr danach tragen.
Am Handgelenk lädt der Rotor die Feder weiter. Bei normaler Bewegung über den Tag reicht das meist, um die Uhr in Gang zu halten. Wer viel am Schreibtisch sitzt, bewegt den Arm aber wenig. Dann kann die Gangreserve über Nacht nicht ganz reichen. Ein paar Kronenumdrehungen am Morgen helfen.
| Werk | Gangreserve | Handaufzug |
|---|---|---|
| Seiko 4R35 / NH35 | etwa 41 Stunden | ja |
| ETA 2824-2 / Sellita SW200 | etwa 38 Stunden | ja |
| Tissot Powermatic 80 | bis etwa 80 Stunden | ja |
| Seiko 7S26 (ältere Seiko 5 und SKX) | etwa 40 Stunden | nein |
Werke ohne Handaufzug in Gang bringen
Einige Automatikwerke lassen sich nicht über die Krone aufziehen, etwa das Seiko 7S26 in älteren Seiko-5- und SKX-Modellen oder ältere Orient-Kaliber. Drehen Sie die Krone dort, passiert nichts.
Halten Sie die Uhr in diesem Fall mit dem Zifferblatt nach oben und schwenken Sie sie ruhig in kleinen Bögen hin und her, bis der Sekundenzeiger läuft. Schütteln Sie die Uhr nicht heftig. Danach stellen Sie die Zeit ein und legen die Uhr an. Der Rotor übernimmt den Rest.
Hinweis:Schlagen Sie die Uhr nie gegen die Hand oder einen Tisch, um sie anzustoßen. Stöße können Unruh und Zapfen beschädigen.
Aufziehen mit dem Uhrenbeweger
Ein Uhrenbeweger dreht die Uhr in Intervallen und lässt so den Rotor arbeiten. Das ist praktisch, wenn Sie mehrere Uhren im Wechsel tragen oder eine Uhr mit aufwendigem Kalender besitzen. Für eine einzelne Uhr, die Sie häufig tragen, ist er nicht nötig.
Ein Beweger zieht eine stehende Uhr nur langsam auf. Ziehen Sie sie deshalb vorher mit der Krone kurz an und stellen Sie die Zeit. Welche Einstellung der Beweger braucht, erklärt Uhrenbeweger einstellen, ob sich die Anschaffung lohnt, lesen Sie in Uhrenbeweger ja oder nein.
Häufige Fehler beim Aufziehen
Wenn eine voll aufgezogene Uhr nach kurzer Zeit wieder stehen bleibt, kann ein Defekt am Aufzug oder an der Zugfeder vorliegen. Dann ist ein Uhrmacher der richtige Ansprechpartner. Eine Auswahl robuster Automatikuhren mit Handaufzug finden Sie in Automatikuhren bis 500 Euro.
- Die verschraubte Krone wird nach dem Aufziehen nicht wieder zugeschraubt. Dann ist die Uhr nicht wasserdicht.
- Die Krone wird am Handgelenk gedreht und dabei schräg belastet.
- Die Krone wird ruckartig oder sehr schnell gedreht. Langsame, gleichmäßige Bewegungen schonen das Getriebe.
- Das Datum wird bei stehender Uhr in der kritischen Zeit um Mitternacht verstellt.
Häufige Fragen
Kann man eine Automatikuhr überdrehen? Nein. Eine Rutschkupplung an der Zugfeder rutscht durch, sobald die Feder voll gespannt ist. Weiteres Drehen schadet nicht, bringt aber nichts.
In welche Richtung ziehe ich eine Automatikuhr auf? Bei den meisten Werken im Uhrzeigersinn, also von Ihnen weg, wenn die Krone rechts liegt. In der Gegenrichtung läuft die Krone leer.
Muss ich eine Automatikuhr täglich aufziehen? Nein, wenn Sie sie täglich tragen. Der Rotor hält die Feder gespannt. Nur nach Stillstand oder bei sehr wenig Bewegung helfen einige Kronenumdrehungen.
Schadet es der Uhr, wenn sie stehen bleibt? Nein. Stillstand ist für das Werk unbedenklich. Sie ziehen sie einfach wieder auf und stellen Zeit und Datum neu.
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