# Uhrenbeweger einstellen: TPD und Drehrichtung

Quelle: https://zeigerundlunette.de/blog/uhrenbeweger-einstellen
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Zeiger & Lünette

**Kurz gesagt:** Stellen Sie am Uhrenbeweger die Umdrehungen pro Tag (TPD) und die Drehrichtung ein, die Ihr Uhrenhersteller für das Werk nennt. Viele gängige Automatikwerke kommen mit einigen hundert Umdrehungen pro Tag aus, oft im Bereich von etwa 650 bis 950 TPD, und mit beidseitiger Drehung. Fehlt eine Angabe, beginnen Sie mit einem mittleren Wert in beide Richtungen und prüfen über einige Tage, ob die Uhr läuft.

Ein Uhrenbeweger hält Automatikuhren am Laufen, aber nur, wenn er passend eingestellt ist. Zu wenige Umdrehungen lassen die Uhr stehen bleiben, zu viele sorgen für unnötigen Verschleiß am Aufzug. Diese Anleitung erklärt, was TPD und Drehrichtung bedeuten, wo Sie die richtigen Werte für Ihre Uhr finden, wie Sie den Beweger programmieren und wie Sie prüfen, ob die Einstellung passt. Die Bedienung einzelner Geräte unterscheidet sich, Details stehen in der Anleitung des Bewegers.

## Was TPD und Drehrichtung bedeuten

**TPD** steht für Turns per Day, also Umdrehungen pro Tag. Der Wert sagt, wie oft sich die Halterung mit der Uhr in 24 Stunden dreht. Ein Beweger dreht dabei nicht ständig, sondern in Intervallen mit Pausen. Die Gesamtzahl der Umdrehungen ist entscheidend.

Die **Drehrichtung** gibt an, in welche Richtung der Rotor die Zugfeder spannt. Manche Automatikwerke ziehen in beide Richtungen auf, andere nur in eine. Dreht der Beweger ausschließlich in die Richtung, in der der Rotor leer läuft, bleibt die Uhr stehen. Deshalb bieten gute Beweger die Einstellungen im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn und beidseitig an.

## Wo Sie die richtigen Werte finden

Die verlässlichste Quelle ist der **Uhrenhersteller**. Einige Marken nennen TPD und Drehrichtung in der Bedienungsanleitung oder auf ihrer Website, andere auf Anfrage beim Kundendienst. Auch einige Beweger-Hersteller veröffentlichen Tabellen mit Werten für verbreitete Uhren und Werke.

Fehlt eine Angabe, hilft das Werk weiter. Steht im Datenblatt Ihrer Uhr zum Beispiel ein Seiko NH35, ein ETA 2824-2 oder ein Sellita SW200, finden Sie Werte für diese Kaliber leichter als für ein bestimmtes Uhrenmodell. Welche Werke in vielen Uhren stecken, zeigt der Vergleich [NH35, ETA 2824 und Sellita SW200](https://zeigerundlunette.de/blog/nh35-vs-eta-2824).

Hinweis: Wenn keine Angabe zu finden ist, ist eine beidseitige Drehung mit einem mittleren TPD-Wert ein vernünftiger Startpunkt. Prüfen Sie dann über mehrere Tage, ob die Uhr zuverlässig läuft.

## Schritt für Schritt: Uhrenbeweger programmieren

1. Ziehen Sie die Uhr vor dem Einlegen mit einigen Kronenumdrehungen auf und stellen Sie Zeit und Datum. Ein Beweger zieht eine stehende Uhr nur langsam auf.
2. Legen Sie die Uhr geschlossen um das Kissen und setzen Sie es fest in die Halterung, damit es sich bei der Drehung nicht löst.
3. Wählen Sie die Drehrichtung: im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder beidseitig, je nach Herstellerangabe.
4. Wählen Sie die TPD-Stufe, die der Angabe für Ihr Werk am nächsten kommt. Viele Beweger bieten feste Stufen, etwa in Schritten von 100 oder 150 Umdrehungen.
5. Bei Bewegern mit mehreren Motoren stellen Sie jede Uhr einzeln ein.
6. Schließen Sie den Deckel und lassen Sie den Beweger einige Tage laufen, bevor Sie das Ergebnis beurteilen.

## So prüfen Sie, ob die Einstellung passt

Kontrollieren Sie nach zwei oder drei Tagen, ob die Uhr noch läuft und wie viel sie abweicht. Bleibt sie stehen, stimmt entweder die Drehrichtung nicht oder die TPD sind zu niedrig. Erhöhen Sie dann zuerst auf beidseitige Drehung, danach schrittweise die Umdrehungen.

Ein Hinweis auf zu viele Umdrehungen ist schwerer zu erkennen, weil die Rutschkupplung ein Überdrehen verhindert. Unnötig viele Umdrehungen verschleißen aber den Aufzug. Wählen Sie daher die niedrigste Stufe, mit der die Uhr zuverlässig läuft. Hat Ihre Uhr eine Gangreserveanzeige, können Sie direkt ablesen, ob die Feder ausreichend gespannt bleibt.

| Beobachtung | Mögliche Ursache | Maßnahme |
| --- | --- | --- |
| Uhr bleibt nach einigen Tagen stehen | falsche Drehrichtung oder zu wenige TPD | beidseitig einstellen, TPD erhöhen |
| Uhr läuft, Gangreserve sinkt langsam | TPD knapp bemessen | eine Stufe höher |
| Uhr läuft, Gangreserve immer voll | Einstellung reicht oder ist reichlich | eine Stufe niedriger testen |
| Uhr geht plötzlich stark vor | möglicherweise magnetisiert | Abstand zu Magneten prüfen, Uhrmacher fragen |

Was Sie beobachten und was Sie tun

## Standort, Magnetfelder und Stromversorgung

Stellen Sie den Beweger nicht direkt neben Lautsprecher, Induktionsladegeräte oder Tablets mit magnetischen Hüllen. Starke Magnetfelder können die Unruhspirale magnetisieren, die Uhr geht dann deutlich vor. Viele Beweger schirmen ihren Motor ab, ein gewisser Abstand zu anderen Geräten ist trotzdem sinnvoll.

Beweger mit Netzteil laufen dauerhaft, batteriebetriebene Geräte sind flexibler im Standort, brauchen aber regelmäßig neue Batterien. Im Schlafzimmer ist ein leiser Motor wichtig. Hinweise zur Aufbewahrung von Uhren, die nicht im Beweger liegen, finden Sie in [Automatikuhr richtig lagern](https://zeigerundlunette.de/blog/automatikuhr-lagern).

[Uhrenbeweger für 4 Uhren und mehr ansehen](https://zeigerundlunette.de/best/uhrenbeweger-fuer-4-uhren-und-mehr)

## Wann sich ein Uhrenbeweger lohnt

Ein Beweger ist vor allem praktisch, wenn Sie mehrere Automatikuhren im Wechsel tragen oder eine Uhr mit Ewigem Kalender, Mondphase oder Jahreskalender besitzen. Für eine einzelne Uhr mit Datum, die Sie oft tragen, reicht Aufziehen von Hand. Eine ausführliche Abwägung finden Sie in [Uhrenbeweger ja oder nein](https://zeigerundlunette.de/blog/uhrenbeweger-ja-oder-nein).

Für ein oder zwei Uhren reicht ein kompakter Doppelbeweger, eine Auswahl zeigt [Uhrenbeweger für 2 Uhren](https://zeigerundlunette.de/best/uhrenbeweger-fuer-2-uhren). Achten Sie darauf, dass sich TPD und Drehrichtung für jeden Platz einzeln einstellen lassen.

## Häufige Fragen

**Wie viele Umdrehungen pro Tag braucht eine Automatikuhr?** Das hängt vom Werk ab. Viele gängige Werke kommen mit einigen hundert Umdrehungen aus, oft im Bereich von etwa 650 bis 950 TPD. Verbindlich ist die Angabe des Uhrenherstellers.

**Welche Drehrichtung ist richtig?** Die Richtung, in der der Rotor Ihres Werks die Feder spannt. Ist sie unbekannt, wählen Sie beidseitige Drehung, damit funktioniert der Beweger mit fast allen Werken.

**Kann ein Uhrenbeweger die Uhr überdrehen?** Nein. Die Rutschkupplung an der Zugfeder verhindert das. Zu viele Umdrehungen bedeuten nur mehr Verschleiß am Aufzug.

**Muss der Beweger Tag und Nacht laufen?** Die meisten Programme verteilen die Umdrehungen mit Pausen über den Tag. Einige Beweger bieten Nachtpausen, die Gesamtzahl der TPD bleibt dabei gleich.

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://zeigerundlunette.de/best/uhrenbeweger-fuer-2-uhren
- https://zeigerundlunette.de/best/uhrenbeweger-fuer-4-uhren-und-mehr
