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Anleitung

Uhrenarmband wechseln: Federstege, Bandbreite und Werkzeug

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Ein neues Band verändert den Charakter einer Uhr stärker als fast jedes andere Detail. Eine Taucheruhr wirkt am Kautschukband sportlich, am Lederband plötzlich alltagstauglich, eine Fliegeruhr gehört klassisch an ein kräftiges Lederband mit Nieten. Diese Anleitung zeigt, wie Sie die richtige Bandbreite ermitteln, Federstege ohne Kratzer lösen, welches Werkzeug sinnvoll ist und welches Material zu welchem Uhrentyp passt. Sie richtet sich an alle, die zum ersten Mal selbst ein Band wechseln möchten.

Bandanstoßbreite richtig messen

Die wichtigste Zahl ist die Bandanstoßbreite, also der Innenabstand zwischen den beiden Hörnern des Gehäuses. Üblich sind gerade Werte wie 18, 20 oder 22 mm, bei kleineren Damenuhren auch 12 bis 16 mm, bei großen Taucheruhren 22 oder 24 mm. Ungerade Maße wie 19 oder 21 mm kommen vor, vor allem bei älteren oder europäischen Modellen.

Messen Sie mit einem Messschieber direkt zwischen den Hörnern, nicht am alten Band, denn Lederbänder verjüngen sich oft zur Schließe hin. Viele Hersteller nennen die Breite auch in der Bedienungsanleitung oder im Datenblatt. Ein Band, das 1 mm zu schmal ist, rutscht seitlich hin und her, ein zu breites Band lässt sich gar nicht einsetzen oder verformt sich.

Hinweis:Faustregel: Bandanstoßbreite immer am Gehäuse messen. Ein Unterschied von einem Millimeter fällt am Handgelenk deutlich auf.

Werkzeug und Vorbereitung

Für die meisten Uhren reicht eine Federstegzange oder ein Federstegbesteck mit Gabel und Spitze. Die Gabel setzen Sie zwischen Band und Horn an, um den Steg zusammenzudrücken. Bei Bändern mit Schnellwechsel-Federstegen gibt es einen kleinen Hebel an der Bandunterseite, der sich mit dem Fingernagel betätigen lässt, dann ist gar kein Werkzeug nötig.

Legen Sie die Uhr auf ein weiches Tuch und kleben Sie bei polierten Gehäusen die Hörner mit Malerkrepp ab. Arbeiten Sie an einem hellen, aufgeräumten Platz, denn Federstege springen gern weg und sind auf dem Boden schwer zu finden.

  • Federstegbesteck oder Federstegzange
  • Messschieber zum Ermitteln der Bandbreite
  • Malerkrepp zum Schutz polierter Hörner
  • Weiches Mikrofasertuch als Unterlage
  • Ersatz-Federstege in passender Länge und Stärke

Schritt für Schritt: altes Band lösen, neues einsetzen

Der eigentliche Wechsel dauert nur wenige Minuten. Arbeiten Sie lieber langsam und mit wenig Kraft, die meisten Kratzer entstehen durch Abrutschen des Werkzeugs.

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    Uhr mit dem Zifferblatt nach unten auf das Tuch legen.

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    Gabel des Federstegbestecks zwischen Band und Horn ansetzen, bis sie den Bund des Federstegs greift.

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    Steg zur Bandmitte drücken und das Band leicht nach außen kippen, bis der Stift aus der Bohrung springt.

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    Zweite Seite genauso lösen und das Bandteil abnehmen.

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    Federsteg in das neue Band schieben, ein Ende in die Hornbohrung setzen.

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    Das andere Ende zusammendrücken und in die gegenüberliegende Bohrung gleiten lassen, bis es hörbar einrastet.

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    Am Band kräftig ziehen und es seitlich bewegen: Es darf sich nicht lösen.

Hinweis:Achten Sie bei Bändern mit Dornschließe darauf, dass das lange Bandteil an der 6-Uhr-Seite und das kurze mit der Schließe an der 12-Uhr-Seite sitzt.

Welches Band zu welcher Uhr passt

Für Taucheruhren sind Kautschuk- und Silikonbänder sowie Stahlbänder mit Taucherverlängerung die naheliegende Wahl, weil sie Salzwasser und Schweiß vertragen. Auch Textilbänder aus Nylon trocknen schnell. Leder an einer Taucheruhr sieht gut aus, sollte aber nicht ins Wasser.

Zu Fliegeruhren passen kräftige Lederbänder, gern mit Nieten an den Hörnern, wie sie an den historischen Beobachtungsuhren verwendet wurden. Mehr zur Herkunft lesen Sie unter Baumuster A und B. Für klassische Herrenuhren mit schlichtem Zifferblatt ist ein braunes oder schwarzes Lederband mit Dornschließe der übliche Begleiter.

Bei Seiko-Modellen, etwa aus der Prospex-Reihe, sind die Hörner oft gebogen und das Originalband hat geformte Endstücke. Ein gerades Ersatzband passt dann trotzdem, lässt aber eine kleine Lücke zum Gehäuse. Wer das vermeiden will, sucht nach Bändern mit passender Endform für das jeweilige Gehäuse.

Federstege: Länge, Stärke und Ersatz

Federstege werden nach Länge und Durchmesser verkauft. Die Länge entspricht der Bandanstoßbreite, der Durchmesser liegt bei vielen Uhren zwischen 1,5 und 2,5 mm. Schwere Taucheruhren nutzen oft dickere Stege. Ein zu dünner Steg hält zwar zunächst, kann sich aber unter Last verbiegen.

Verwenden Sie gebrauchte Federstege nur, wenn die Federn noch kräftig zurückspringen und die Enden nicht verbogen sind. Sie kosten wenig und sind die häufigste Ursache dafür, dass eine Uhr vom Handgelenk fällt. Bei Metallarmbändern mit Endstücken kommt es zusätzlich auf die Passform des Endstücks an. Wie Sie ein Stahlband in der Länge anpassen, zeigt die Anleitung Metallarmband kürzen.

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Häufige Fragen

Kann ich ein 20-mm-Band an eine Uhr mit 21 mm Bandanstoß setzen? Möglich ist es, das Band sitzt aber mit Spiel und rutscht zur Seite. Besser ist ein Band in exakt passender Breite, auch wenn die Auswahl bei ungeraden Maßen kleiner ist.

Brauche ich zum Bandwechsel einen Uhrmacher? Für Bänder mit normalen Federstegen nicht. Bei integrierten Bändern, verschraubten Stegen oder sehr engen Hörnern kann ein Juwelier oder Uhrmacher sinnvoll sein.

Verliert die Uhr durch ein Fremdband die Herstellergarantie? In der Regel nicht, denn das Band ist kein Teil des Werks. Prüfen Sie im Zweifel die Garantiebedingungen des Herstellers.

Welches Band eignet sich zum Schwimmen? Kautschuk, Silikon, Nylon und Edelstahl. Leder sollten Sie nicht ins Wasser nehmen, es quillt auf und wird brüchig. Ob die Uhr selbst schwimmtauglich ist, erklärt der Beitrag zur Wasserdichtigkeit in bar.

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